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| Sanfter Übergang: Die Einstiegswoche in die HS Himberg |
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| Um Ängste, Unsicherheiten und Orientierungsschwierigkeiten beim Übergang von der Volksschule in die Hauptschule zu vermeiden, wird die erste Schulwoche an der HS Himberg in besonderer Weise gestaltet. Im Zentrum stehen die Aufnahme sozialer Beziehungen und Orientierungshilfen zur Eingewöhnung. |
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| Information
| Inhalte | Stellungnahmen |
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| Information |
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| Titel des Beitrags: |
Sanfter Übergang: Die Einstiegswoche in die HS Himberg |
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| Kategorien: |
Überfachlich |
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| Beitragstyp: |
Artikel |
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| Fächerübergreifender Beitrag: | Nein |
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| Unterrichtsgegenstände: |
Soziales Lernen |
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| Schulstufen: |
5 |
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| Schlagworte: |
Nahtstelle, Volksschule (Nahtstelle) |
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| Hauptzielgruppe: |
Lehrer/innen |
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| Autoreninformation: |
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| Inhalte |
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Von der VS in die 1. Klasse HS – eine Annäherung an die Nahtstellenproblematik |
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Vorüberlegungen
Die Schüler/innen der neu zu bildenden ersten Klassen Hauptschule kommen aus einem vertrauten Umfeld in ihrer Volksschule: Räumlichkeiten und Organisationsformen sowie die Lehrerin und die Mitschüler/innen gehören zum Alltäglichen und Bekannten.
All diese Vertrautheiten verschwinden mit dem Eintritt in die Hauptschule schlagartig, eine Fülle von neuen Eindrücken und Informationen prasselt auf die Zehnjährigen herab, ihre Bezugspersonen und oft auch die Mitschüler/innen sind ausgetauscht worden. Unsicherheit, Ängste und Rückzugsverhalten bis hin zur Verweigerung können Folgen dieser für einige Schüler/innen schwer zu bewältigenden Anforderungen sein.
Wir haben in den vergangenen Jahren all dies an der HS Himberg immer wieder erlebt und nach einem Ausweg gesucht, um den Schüler/innen den Übergang zu erleichtern und sie behutsam mit dem Neuen vertraut zu machen.
Der folgende Bericht beschreibt die Gestaltung der ersten Schultage. Es wurde versucht, alle anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten der Schüler/innen sowie neue Arbeits- und Organisationsformen der zukünftigen Unterrichtsarbeit zu berücksichtigen. Die beiden Schwerpunkte heißen daher
· Aufnahme und Gestaltung sozialer Beziehungen
· Orientierungshilfen zur Eingewöhnung in der neuen Umgebung
Da es sich in den vergangenen Jahren als unbefriedigend für die Schüler/innen erwies, in den ersten Tagen nur vom Klassenvorstand betreut zu werden, weil sie schon auf die neuen Fächer neugierig waren, hat sich der folgende Organisationsrahmen unter Einbindung möglichst vieler Kolleg/innen, die in dieser Klasse unterrichten werden, als günstig erwiesen:
1.Tag: 1 Stunde
Alle Kinder gemeinsam mit beiden Klassenvorständen (KV)
2.Tag: 3 Stunden
KV's gemeinsam, dann getrennt
3.Tag: 5 Stunden
1. und 5. KV, sonst Fachlehrer/innen
4.Tag: 5 Stunden
1. KV, sonst Fachlehrer/innen
5.Tag: 5 Stunden
4. und 5. KV, sonst Fachlehrer/innen
In der nächsten SoL-Stunde wird über die erste Woche reflektiert.
Für viele Eltern ist der Begriff SoL – Soziales Lernen – unverständlich, mit den Erzählungen der Kinder assoziieren sie häufig "nur Spielen" und auch mit Erklärungen ist kaum Abhilfe zu schaffen. Wir haben daher den ersten Elternabend der ersten Klassen rein mit Methoden des Sozialen Lernens gestaltet, um auch bei Erwachsenen "Learning by doing" anzuwenden.
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1. Tag: Wir lernen einander kennen (1 Stunde) |
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Vorbereitung / Material:
CD-Player und Musik (z.B.: Bravo-Hits o. Ä.)
Flip-Chart mit:
1. "Herzlich willkommen"
2. Namen der KV's
3. Zeitplan für nächsten Tag (evtl. kopierte Infos über Zeitplan, Material usw.)
Verlauf:
Bereits beim Eintreffen nach dem Schulgottesdienst werden alle Kinder der zukünftigen ersten Klassen in den Pausenhof/die Pausenhalle gelotst.
· Herzlich willkommen!
Die Klassenvorstände (und in unserem Fall die Begleitlehrer/innen der SoL-Stunde) stellen sich vor.
· Sich näher kommen
Um eine erste Kontaktaufnahme zu ermöglichen, werden die Kinder eingeladen sich zur Musik (fetzige, "ihre" Musik!) zu bewegen. Bei STOP sollen sie verschiedene Aufträge erfüllen:
- einander freudig begrüßen
- Hände schütteln
- Schulter klopfen
- Ellbogen an Ellbogen
- Fußsohle an Fußsohle
- alle mit gleicher Augenfarbe stellen sich zusammen
- alle mit Turnschuhen
- mit gleicher Oberteilfarbe
- mit gleichem Anfangsbuchstaben beim Namen
- …
· Organisatorisches
Anwesenheit: Sind wirklich alle gekommen?
Zeitplan für morgen
Hausschuhe und Schreibzeug mitnehmen
Morgen gleicher Treffpunkt
· Abschlusskreis: Ich und mein Name
- Vornamen-Alphabet: Mit A beginnend sucht sich jeder seinen Platz im Kreis.
- Namens-Bewegung: Jeder überlegt sich eine Bewegung zu seinem Namen; reihum sagt jeder seinen Namen und macht die Bewegung dazu. Sowohl Name als auch Bewegung werden wiederholt.
· Verabschiedung: Alle Hände schütteln
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2. Tag: Klasse werden (3 Stunden) |
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Vorbereitung / Material:
Möglichst großen Schlüsselbund
Etiketten / Kreppband und Filzstifte
CD-Player und Musik (z. B.: Bravo-Hits o.Ä.)
Klassenraum mit "Herzlich willkommen in der 1a /1b"
Etiketten für Sessel
Formulare für Kaliumjodidtabletten, Notfallsadressen und Freifahrtsausweise
Verlauf:
Alle Kinder der ersten Klassen beginnen gemeinsam im Turnsaal.
· Namen kennen lernen
- Schlüsselkönig: Der KV ist in der Mitte des Kreises, die Kinder sitzen am Boden. Er geht auf einen Schüler zu, gibt ihm die Hand und stellt sich namentlich vor: "Ich heiße … und wünsche dir einen guten Tag." Der Angesprochene steht auf, nennt ebenfalls seinen Namen und begrüßt nun seinerseits eine/n sitzende/n Mitschüler/in. Dieses Schneeballsystem wird nun so lange fortgesetzt, bis sich alle von den Plätzen erhoben haben. Lässt nun der KV plötzlich den Schlüsselbund fallen, setzen sich alle blitzschnell im Kreis nieder. Wer zuletzt sitzt, ist der Schlüsselkönig und das Spiel beginnt von Neuem mit Variationen:
a. Der Name wird mit einer Eigenschaft genannt (gleicher Buchstabe): "Guten Tag, ich bin der coole Christoph / die schnelle Sabine / …!"
b. Der Name wird mit etwas "Gemochtem" kombiniert (gleicher Buchstabe): "Guten Tag, ich bin der Florian und mag Fußball / Andrea+Ananas / …!"
- Etiketten/Kreppbandstreifen mit Namen schreiben lassen, noch nicht aufkleben. Im Kreis aufstellen: Wer hat sich wessen Namen gemerkt? Dann aufkleben.
· Atome – Moleküle
Die Kinder sollen spielerisch verschiedene Gruppierungen ausprobieren:
- Jedes Kind ist ein "Teilchen", das sich (zur Musik) je nach Temperatur vor oder rückwärts bewegt. Bei +15 Grad schneller vorwärts, bei - 5 Grad langsamer rückwärts usw.
- Wenn die Musik stoppt, auf Kommando Gruppen bilden: 5 / 8 / 4 / …
· Klassenfindung
Die Kinder sollen sich selbst aussuchen, mit wem sie in einer Klasse sein möchten:
- "Mit wem möchtest du unbedingt beisammen sein?"
Paare (Dreiergruppen) bilden, verschiedene Partnerschaften ausprobieren, gut überlegen und dann entscheiden.
- Dann je zwei Paare (Dreiergruppen) zusammen: wieder mehrere Gruppen ausprobieren …
- Im Schneeballsystem so weiter bis 2 Mädchen- und 2 Bubengruppen entstanden sind. Dazwischen aber immer wieder hinterfragen und wenn notwendig, einen Schritt zurückgehen und eine andere Möglichkeit probieren lassen.
- Endergebnis: 2 Klassen!
· Klassenraum in Besitz nehmen
Beim Hinaufgehen in den Klassenraum auf die Garderoben / Toiletten verweisen. Die Schulsachen bleiben vorerst in der Garderobe, um ein "Platzbesetzen" zu vermeiden.
- Plätze finden: Von der Tafel aus sollen die Kinder schauen, welche Plätze ihnen gefallen würden. In mehreren Durchgängen sollen sie mindestens 4 bis 5 Plätze ausprobieren, bis sie eine Entscheidung treffen, wo sie in der nächsten Zeit sitzen wollen.
· Organisatorisches
Als fester Bestandteil des Schullebens:
- Etiketten für die Sessel beschriften
- Zeitplan für die nächsten 3 Tage
- Kaliumjodidtabletten
- Notfallsadressen
- Freifahrtsausweis
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3. Tag: Die Schule kennen lernen (5 Stunden) |
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Vorbereitung / Material:
CD-Player und ruhige Musik
Impulsplakate und Filzstifte
Leerer Plan der Schule (A4), auch auf OP-Folie
"Who is who an der HS Himberg?" – Kärtchen
Einzelne Fotos von allen Lehrer/innen der Schule
Namen der Lehrer/innen auf Kärtchen
Unterschrift der Lehrer/innen auf Kärtchen
1 Bogen Packpapier, Klebstoff
Verlauf:
· Impulsplakate (1 Stunde, KV)
Im Klassenraum sind verschiedene Impulsplakate verteilt. Zu ruhiger Musik sind die Kinder aufgefordert, die Satzanfänge fortzusetzen.
- Ich freue mich in der Hauptschule auf …
- Ein wenig Angst habe ich vor …
- Ich bin neugierig auf …
- Ich bin froh, …
- Was ich dieses Jahr erreichen möchte: …
- Was ich noch sagen wollte: …
- Meine coolste Unterschrift: …
Anschließend wird kurz über das Geschriebene gesprochen und nachgefragt.
· Die Schule erkunden (1 Stunde, M-Lehrer/in)
Die Kinder erhalten einen Plan der Schule und bewegen sich in Zweier- oder Dreiergruppen (möglichst leise) durch das Gebäude und setzen die fehlenden Bezeichnungen in den Plan ein. In der Klasse werden dann auch auf der OH-Folie die Räume bezeichnet.
Danach wird ein stiller Feueralarm durchgeführt und den Kindern ihr Fluchtweg erklärt.
Auch den Stundentakt aufschreiben.
· Vorstellen der "Unverbindlichen Übungen" (1 Stunde, LÜ-Lehrer/in)
Den Kindern werden die UVÜ Volleyball, Tanz und Leibesübung in der Turnhalle von Schüler/innen höherer Klassen und den unterrichtenden Lehrer/innen vorgestellt – die Kinder sollen mitmachen und ausprobieren.
· Who is Who an der HS Himberg? (1 Stunde, E-Lehrer/in)
Da die Kinder mit sehr vielen neuen Lehrpersonen konfrontiert sind und den Gesichtern nur schwer Namen zuordnen können, soll ihnen diese Übung helfen:
Die Kinder sollen zu den einzelnen Fotos die Namens- und Unterschriftskärtchen zuordnen. Abschließend wird ein Plakat gestaltet, das in der Klasse aufgehängt wird – zum Nachschauen!
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· Bücher / Hefte / Organisatorisches (1 Stunde, KV)
- Die Kinder bekommen ihre Bücher, kontrollieren und beschriften sie. Jedes Kind beschriftet seinen Platz für Bücher im Kasten mittels Etikett. Erlagscheine austeilen und erklären.
- Jedes Kind bekommt den ersten Satz Hefte von der Gemeinde zur Verfügung gestellt. Die Beschriftung kann auch jede/r Fachlehrer/in selbst übernehmen.
- Mitteilungen für den nächsten Tag
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4. Tag: Ich über mich (5 Stunden) |
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Vorbereitung / Material:
CD-Player und ruhige Musik
Fallschirm (Spieltuch)
ca. pro Kind einen Packpapierbogen
Chromarfarben (oder Wasserfarben) + Zubehör
Steckbrief
Ortsplan/Straßenkarte des Schuleinzugsbereiches
Pinnwand; Stecknadeln und dünne Etiketten
Verlauf:
· Warming up (1 Stunde, KV - Wiese oder Turnsaal)
- Quak: Alle stellen sich irgendwo in den Raum, leicht vorne übergebeugt, die Hände auf den Knien, und gehen langsam (zu eher ruhiger Musik) und vorsichtig rückwärts. Immer, wenn sich zwei begegnen, bleiben sie Rücken an Rücken (= Po an Po) stehen und begrüßen sich durch die gegrätschten Beine hindurch mit dem Ruf "Quak!". Dann trennen sie sich und gehen rückwärts weiter bis zur nächsten Begegnung.
- Fallschirmspiel - Plätze tauschen: Alle fassen den Fallschirm an und bewegen ihn langsam auf und nieder, sodass ein großer "Dom" entsteht. Der Spielleiter nennt ein Merkmal, das mehrere Schüler/innen in der Klasse besitzen. Diese müssen ihre Plätze tauschen. Dann nennt der linke Nachbar des Spielleiters ein Merkmal usw. Merkmale können sein:
a. alle, die eine Brille tragen
b. alle, die im Monat … Geburtstag haben
c. alle, die Jeans anhaben
d. alle, die dunkle Haare haben
e. alle, die keine Geschwister haben
f. alle, die heute nicht Zähne geputzt haben
g. alle, die aus … (Ortsteile) kommen
h. ....................................
Zum Abschluss legen sich alle in den Dom hinein: Fallschirm hoch hinauf, auf den Bauch legen und den Fallschirmrand neben den Schultern zu Boden drücken, so, dass die Luft möglichst lange drinnen bleibt.
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· Organisatorisches: Morgen eine Jause mitnehmen, wir essen gemeinsam!
· Wandplakate "Schattenriss" zeichnen (2 Stunden, BE-Lehrer/in)
Die Kinder gehen in Zweier- oder Dreiergruppen zusammen und stellen auf Plakaten ihre Abbilder her:
- Pro Gruppe werden zwei Packpapierbögen zusammengeklebt
- Plakate an der Wand befestigen oder am Boden auflegen
- Die Kinder stellen sich vor die Bögen/legen sich darauf und zeichnen gegenseitig ihre Umrisse mit Bleistift nach. Auf Hände und Füße achten! Da das Plakat für Einzelbilder zu klein ist, ergeben sich automatisch nette verschränkte Gruppen.
- Mit Chromarfarben (Wasserfarben) die Personen anmalen, möglichst naturgetreu.
- Die Plakate anschließend am Gang als Gruppe aufhängen.
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· Steckbrief "Das bin ich" (1 Stunde, D-Lehrer/in)
Im Sesselkreis soll jedes Kind kurz über sich erzählen, was ihm wichtig erscheint. Danach Ideensammlung: Was ist ein Steckbrief, was gehört hinein?
Steckbriefe austeilen und beginnen zu gestalten.
Falls die Zeit zu kurz ist: zu Hause fertig stellen lassen.
Die fertigen Steckbriefe zu den jeweiligen Kindern am Plakat dazukleben.
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· "Mein Schulweg" (1 Stunde, GW-Lehrer/in)
Die Kinder stellen aus einer Stecknadel und einer Etikette ein Fähnchen mit ihrem Namen her und stecken es auf dem Ortsplan an die Stelle ihres Hauses, um zu zeigen: "Da komme ich her."
Besprechen des Schulweges, Gefahren am Schulweg, Verhalten am Radweg
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5. Tag: Ich und meine Klasse (5 Stunden) |
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Vorbereitung / Material:
Text: Die kleine Schraube
Bild/Modell von einem Schiff
Schraube oder Mutter für jedes Kind
Schuljause
Verlauf:
· Klassengemeinschaft – Was ist das? (1 Stunde, D-Lehrer/in)
Im Sesselkreis sitzend wird die Geschichte von der kleinen Schraube vorgelesen: Wenn möglich, ein Schiffsmodell (oder Bild) in die Mitte stellen.
Die kleine Schraube
Eine kleine Schraube sitzt in einem riesigen Kreuzfahrtschiff mit tausend anderen Schrauben und hält zwei Stahlplatten zusammen. Eines Tages sagt die Schraube: "Ich will es mir ein bisschen bequem machen; das ist ja meine eigene Sache und geht niemand was an!" Aber als die anderen Schrauben hören, dass da eine etwas locker werden will, da protestieren sie und rufen: "Bist du verrückt? Wenn du herausfällst, dann wird es nicht lange dauern, bis auch wir herausfallen." Zwei größere eiserne Rippen schlagen auch Alarm: "Um Gottes willen, haltet die Platten zusammen, denn sonst ist es auch um uns geschehen." In Windeseile geht das Gerücht durch das ganze Schiff: "Die kleine Schraube hat was vor!" Alles ist entsetzt. Der riesige Körper des Schiffes ächzt und bebt in allen Fugen. Und alle Rippen, Platten und Schrauben senden eine gemeinsame Nachricht an die kleine Schraube und bitten sie, nur ja an ihrer Stelle zu bleiben, sonst werde das ganze Schiff untergehen, und keiner werde den Hafen erreichen.
(Aus: Hoffsümmer, Willi: Starthilfen für dich. Matthias-Grünewald-Verlag GmbH, Mainz 1978)
Den Inhalt nachbesprechen:
- Was hat die Geschichte mit einer Klasse zu tun?
- Wer könnte in unserem Fall die kleine Schraube sein?
- Wie würde sich das Lockerlassen zeigen?
- Was ist unser Hafen?
Jedes Kind erhält zum Schluss eine kleine Schraube (oder Mutter, lässt sich besser auffädeln) zur Erinnerung ans Zusammenhalten.
· Schuljause – Mülltrennung (1 Stunde, BU-Lehrer/in)
In der Klasse wird die mitgebrachte Jause "verglichen" und gemeinsam gegessen.
- Was gehört zu einer gesunden Jause?
- Frühstück vor der Schule ist wichtig.
Der von der Jause angefallene Müll wird gesammelt und exemplarisch für die in der Schule vorgesehene Mülltrennung durchgeführt. Möglichkeiten der Müllvermeidung werden angesprochen.
· Kooperationsspiel (1 Stunde im Turnsaal, LÜ-Lehrer/in)
- Familie Meier: Der Spielleiter hat Familienkarten vorbereitet, in denen zu jeder Familie Vater, Mutter, Tochter, Sohn, (Oma, Opa) gehören. Pro Schüler/in ein Kärtchen. Bei 28 Schüler/innen benötigt man also 5 ähnlich klingende Familiennamen, die aus jeweils 5 (bei Bedarf 6) Personen bestehen, z. B.: Meier, Schleier, Weiher, Reiher, Laier, … Jeder erhält ein Karte, auf der Familienname und Familienstand eingetragen sind. Nun suchen und finden sich alle Familienmitglieder und setzen sich in geordneter Reihenfolge auf einen Stuhl.
- Die schwächste Maus: Ein Kind ist die Katze, die anderen sind Mäuse. Die Mäuse bestimmen selbst – und geheim! – , wer "die schwächste Maus" ist. Diese gilt es zu schützen: nicht offensichtlich zeigen, aber abschirmen. Die Mäuse müssen von einem Ende des Saales ans andere Ende gelangen, ohne dass die schwächste Maus erwischt wird. Dann wechseln.
- Waschstraße: Ein Kind wird auf einer Decke/Fleckerlteppich durch ein Spalier von sitzenden/knienden Kindern gezogen. Zuerst wird das "Auto" shampooniert, dann mit Bürsten gewaschen, dann abgespült, getrocknet, mit Klarwachs behandelt und zuletzt poliert.
- Vertrauenskreis: In Kleingruppen zu 6–8 Schüler/innen Kreise bilden, Gesicht nach innen, Schultern eng zusammen, Hände vor der Brust bereithalten. Ein Kind stellt sich in die Mitte des Kreises, Arme vor der Brust gekreuzt, Augen zu, und lässt sich mit angespannten Muskeln (steif, möglichst ohne Hüftbewegungen) nach vorne, hinten oder zur Seite fallen. Die Mitschüler/innen nehmen den Fallenden behutsam an und drücken ihn in die Senkrechte zurück.
· Regeln erstellen (2 Stunden, KV)
- Einstieg: Magisches Anheben
a. Ein Kind liegt auf einem Tisch am Rücken. Jeweils drei oder vier Mitschüler/innen sind an jeder Seite des Tisches, am Kopfende ist ein weiteres Kind. Nach einer Konzentrationsphase schließt das liegende Kind die Augen und spannt seinen Körper an. Die anderen schieben ihre Hände im Reißverschlussverfahren unter den Körper (Fersen, Körpermitte, Schultern und Kopf) und heben behutsam an. Das Kind, das den Kopf hält, nimmt Kopf und Nacken des Liegenden vorsichtig in beide Hände. Wenn der Körper ca. 20 cm über dem Tisch schwebt, schaukeln ihn die tragenden Hände langsam hin und her.
b. Ganz genaue Regeln und Anweisungen geben, auf die Einhaltung achten!
c. Auswertung: Wie habe ich mich gefühlt als Getragener/als Träger?
Hatte ich Angst? Wovor? Warum?
Was gab mir Sicherheit?
d. Welchen Sinn haben hier genaue Regeln und Anweisungen?
e. Können wir noch welche "dazuerfinden"?
- Brainstorming:
Was ist in unserer Klasse/Schule wichtig? Die Kinder schreiben alles an die Tafel, was ihnen wichtig erscheint.
- Positive Formulierungen:
Es werden sicherlich viele NICHT-Sätze dabei sein. Wie könnte man es positiv sagen? Z. B.: Statt "Wir sollen nicht laufen" – "Wir bewegen uns langsam und sicher durch die Klasse", "am Gang nicht schreien" – "Wir verhalten uns am Gang so, dass alle anderen weiterarbeiten können."
- Auswahl:
Was ist wirklich wichtig, was können wir alle einhalten?
- Gestaltung der gemeinsamen Klassen- und Schulregeln
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Download: Klassen- und Schulregeln (Info) |
Folgende Woche: Rückblick (2 Stunden) |
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Vorbereitung / Material:
CD-Player und ruhige Musik
Text: "Mein Traum vom Schweben"
A3-Zeichenblätter
Wachsmalkreiden
Verlauf:
· Fantasiereise:
"Mein Traum vom Schweben"
Ich möchte dich zu einer Fantasiereise einladen, in der du selbst die Hauptrolle spielst.
Setz dich / leg dich bequem hin und schließe die Augen. – Achte auf deinen Atem. – Dein Atem kommt und geht. – Er geht ein und aus. – Du wirst ganz ruhig. – Alle Gedanken, die dich jetzt noch bewegen, nimmt ein sanfter Wind mit sich fort. – Du bist ganz bei dir. (Pause)
Stell dir vor, du kannst wie im Traum schweben – ganz schwerelos werden. Wie fühlt sich das an? Ohne Mühe hebst du vom Boden ab und schwebst zur Klassenzimmerdecke empor und gleitest wie ein Geist durch die Tür, über den Gang, die Treppe ins Freie. Du genießt es erst einmal, so frei und leicht zu sein. Du steigst höher, drehst deine Runden, mal hierhin, mal dorthin. Von oben sieht alles so anders aus, die Häuser, die Autos, die Menschen auf der Straße sind winzig klein. (Pause)
Auf deinem Flug erkennst du ein großes Gebäude. Es ist deine Schule. Jetzt interessiert es dich, von außen einmal in deine Klasse hineinzuspähen. Vorsichtig hältst du vor dem Fenster schwebend inne. Dort siehst du alle sitzen, lauter bekannte Gesichter. – Und was ist das? Du kannst dich selbst dort sitzen sehen. Es wundert dich aber gar nicht, denn im Traum ist alles möglich. Was machst du gerade? – Wie fühlst du dich in deiner neuen Klasse? – Hörst du vielleicht gerade eine Geschichte? – Malst du gerade ein Bild? – Lernst du neue Regeln kennen? – Singst du mit den anderen ein Lied? – Spielst du mit deinen neuen Klassenkameraden? (Pause)
In der Fantasie schwebst du immer noch draußen vor dem Fenster und siehst, wie die Kinder alle aufstehen. Es hat zur Pause geläutet. Hast du die Glocke gehört? Du schwebst weiter und erreichst den Pausenhof. Dort siehst du dich mit den vielen anderen Kindern, kleinen und großen. – Wie fühlst du dich?
Nun kannst du sachte hinabschweben, bis deine Füße den Boden erreichen. Wie fühlt sich der Boden an? (Pause)
Sag dem Traum vom Schweben nun Auf Wiedersehen und komm mit deiner Aufmerksamkeit ganz in die Klasse zurück. Öffne die Augen, atme tief ein, steh auf und streck dich durch. (Pause)
Im Anschluss werden wir nun das, was euch am besten gefallen hat, möglichst leise mit Wachsmalkreiden auf die vor euch liegenden Zeichenblätter malen.
· Auswertung der Fantasiereise ("Blitzlicht")
- Wie hast du dich gefühlt?
- An welcher Stelle hast du dich am deutlichsten gesehen?
- Wie erging es dir, als du durch die Luft geschwebt bist?
- Gab es besonders schöne oder unangenehme Erlebnisse?
· Malen der Eindrücke
· Reflexion anhand der Bilder
Im Sesselkreis werden die Bilder vorgestellt und zu folgenden (möglichen) Fragen Stellung genommen (an der Tafel vorbereiten):
- Wie wohl fühle ich mich im Klassenverband?
- Wie komme ich mit den verschiedenen Lehrer/innen zurecht?
- Was macht mir am meisten zu schaffen?
- Was gefällt mir am besten?
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1. Elternabend (3 Stunden) |
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Vorbereitung / Material:
CD-Player und ruhige Musik
Etiketten/Kreppband + Filzstifte
Impulsplakate + Filzstifte
Wetter-Bilder A3
Folie für Autonomie-Info: Was ist SKL usw.
Begrüßungs-Namenskärtchen (von den Kindern vorbereiten lassen, evtl. nette Nachricht dazuschreiben lassen)
Merci (zum Namenskärtchen dazu, fürs brave Mitmachen in der Pausenhalle)
Verlauf:
Es beginnen alle Eltern der beiden ersten Klassen gemeinsam in der Pausenhalle, Musik im Hintergrund
· Ankommen
- Namenskleber: Die Eltern werden gebeten, auf Etiketten oder Kreppband jenen Namen zu schreiben, mit dem sie an diesem Abend angesprochen werden möchten.
- Impulsplakate: Die Eltern sollen dieselben Satzanfänge fortsetzen, die auch die Kinder zu vervollständigen hatten (siehe 3. Tag).
· Begrüßung durch beide Klassenvorstände und Einstieg
- Stellbilder zu Wettersituationen ("Mein Bild von der Hauptschule Himberg"):
An den Wänden rund um die Pausenhalle sind sechs verschiedene Wettersituationen auf A3-Zeichenblättern skizziert:
a. Strahlender Sonnenschein
b. Eine (dicke) Wolke, die sich vor die Sonne schiebt
c. Gewitter mit Blitz
d. Nebel
e. Herbststurm mit wehendem Laub
f. Sonnenaufgang
In den so entstandenen Kleingruppen sollen folgende Fragen besprochen werden:
a. Aus welchem Grund stehe ich in dieser Gruppe?
b. Gaben eigene Erfahrungen (z. B.: selbst als Schüler/in) oder Erzähltes den Ausschlag?
c. Was symbolisiert dieses Bild für mich im Bezug auf die HS Himberg?
d. Einigen Sie sich als Gruppe auf eine Frage an eine andere Gruppe.
- Gegenstände im Rahmen der Autonomie:
a. Information zu SKL (Sozial-kreatives Lernen): Plan für die erste Schulwoche, Zielsetzung des Gegenstandes, "Roter Faden"
b. Englisch als Arbeitssprache in allen Gegenständen
c. (Schulspezifisch verschieden weiter …)
· Aufteilung in die Klassen
Die Eltern werden gebeten, den Platz ihres Kindes zu suchen, sich zu setzen, die Begrüßungskärtchen der Kinder zu lesen und das Merci als Dankeschön für das bisherige Mitmachen zu betrachten.
- Stellungnahmen zu den Satzanfängen: Den Eltern werden die Statements der Kinder gezeigt und auf die vielen Parallelen hingewiesen. (Diese sind immer vorhanden!) Es sollen ganz kurz die eigenen Erwartungen mit denen der Kinder verglichen werden (Diskussion in Kleingruppen).
- Vorstellung des KV: Zielsetzungen im erziehlichen Bereich: Arbeit an der Klassengemeinschaft, Vermeidung von Rivalitäten zwischen 1a und 1b …
· Organisatorisches: Klassenelternvertreter/in, Sommersportwoche, …
· Das Schulgebäude kennen lernen: Führung durch die Räumlichkeiten der Schule
· Verabschiedung bzw. gemütlicher Ausklang beim Heurigen
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Ruth Mitschka: Kommentar zu „Sanfter Übergang: Die Einstiegswoche“ |
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Das Konzept für die erste Schulwoche ist "aus einem Guss". Es bietet tatsächlich einen sanften Einstieg für die Schüler/innen (und Eltern), Schritt für Schritt: vom Namenlernen bis zum gemeinsamen Rückblick eine Woche später. Dabei werden alle Belange beachtet: Administratives, der sichere Schulweg und die gesunde Jause genauso wie Gefühle und Wünsche der Betroffenen.
In diesem hervorragenden Wochenplan gibt es ganz besondere Highlights: Die Aufteilung in Parallelklassen wird nicht dem Zufall überlassen, sondern ist ein bewusster Entschluss der Schüler/innen. Das Regelwerk wird gemeinsam erarbeitet und – was selten genug passiert – positiv formuliert. Es gibt nach einer eindrucksvollen Geschichte ein greifbares (im wörtlichen Sinn) Ergebnis für die neu entstandene Verbundenheit. Die Eltern erleben selbst soziales Lernen.
Methodenvielfalt (Bewegung, Malen, Schreiben, Hören, Fantasiereise etc.) und originelle Ideen sind so anregend vermittelt, dass man gleich Lust zum Ausprobieren bekommt. Die Angebote sind für die Schüler/innen altersgemäß und aktivierend.
Und das Wichtigste: Hier ist nicht von einem beliebigen aktionistischen Spielerepertoire die Rede, sondern vom Start eines Prozesses des sozialen Lernens, bei dem die Akteure ernst genommen werden.
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| Stellungnahmen |
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Ein hervorragender Beispiel dafür, wie Soziales Lernen an Schulen konkret umgesetzt werden kann, ohne in den Geruch des "Verspielten", "Beliebigen" oder "Über-Psychologisierenden" zu kommen!
Ganz wichtig finde ich, dass auch die Eltern bereits in der ersten Schulwoche einbezogen und informiert werden.
Der Aufbau dieser ersten Schultage ist (vermutlich auch für die Schüler/innen) logisch, nichts Wesentliches wird außer Acht gelassen, die praktische Umsetzung ist durch viele Hinweise gesichert, die selbstverständlich für andere Schulen den jeweiligen Bedingungen angepasst werden müssen.
Die Vielzahl von angebotenen Übungen wird klar, aber doch nachvollziehbar beschrieben und bietet eine große Auswahl.
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Stellungnahme von:
Siegfried Winkler
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| Datum der Erstellung: 16.11.2001 |
| Datum der letzten Änderung: 12.01.2004 |
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